Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein Land, das von Siedlern erobert worden ist. Ein wesentlicher Teil des amerikanischen Traums bestand in der Anfangszeit darin, ein unbesiedeltes Land zu übernehmen und dort eine Heimstätte zu finden. Dies war verbunden mit der Vertreibung und Bekämpfung der amerikanischen Ur-Einwohner.
Die US-amerikanische Politik bestand schon früh darin, Siedler bei der Landnahme zu unterstützen. Es gab zahlreiche Gesetze, die genau regelten, welches Land besiedelt werden durfte. Berühmt geworden ist der Homestead Act, der im Jahr 1862 von Abraham Lincoln erlassen wurde. Er erlaubte es jeder Person, die mindestens 22 Jahre alt war, ein Stück Land außerhalb der bereits besiedelten Flächen zu besetzen. Die maximale Größe betrug 160 Acre, also ungefähr 640.000 Quadratmeter. Wer das Land mindestens 5 Jahre behielt oder eine Gebühr bezahlte, wurde zum Eigentümer. Der Homestead Act und ähnliche Gesetze vorher und nachher waren die Grundlage dafür, dass die Vereinigten Staaten von Amerika lange Zeit ein Land von Farmern waren.

Nachdem zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Handel mit Agrarprodukten boomte, kam es mit Beginn des 2. Weltkrieges zu einem enormen Preisverfall. Die Politik reagierte darauf mit Subventionen und sorgte so dafür, dass die Preise halbwegs stabil blieben. Das kostete viel Geld und war auch nur bedingt erfolgreich. Dennoch wurde diese Politik noch nach dem Zweiten Weltkrieg fortgesetzt.

In den 1970 wurde die Subventionspolitik jedoch endgültig zugunsten der Industrialisierung der Landwirtschaft aufgegeben. Unter dem Landwirtschaftsminister Henry A. Wallace wurde unter dem Leitspruch „get big oder get out“ ein Prozess eingeleitet, der bis heute fortschreitet. Anstelle der Familienfarmen sollten die Megafarmen treten, die wesentlich effizienter wirtschaften konnten. Das traditionelle Farmerleben wurde in ein Unternehmertum überführt, das die US-amerikanische Landwirtschaft bis heute prägt. Das Sterben der Familienfarmen wurde zwar oft beklagt, aber aus wirtschaftlicher Sicht hat sich der Wandel gelohnt. Die US-amerikanische Landwirtschaft ist heute die stärkste der Welt und exportiert einen Großteil der produzierten Güter in alle Welt.

Seit den 1990er Jahren hat die Landwirtschaftspolitik sich auch geöffnet für Umweltaspekte. Der rücksichtslose Umgang mit Ackerböden führte zu einem großen Problem mit Bodenerosion und der Einsatz von Pestiziden sorgte für Probleme mit dem Trinkwasser. Diese Themen spielen jedoch nach wie vor eine untergeordnete Rolle.
Das gilt auch für diverse Programme, die zur Bekämpfung des Hungerproblems in Afrika und anderen Gegenden der Welt aufgelegt worden sind. Sie sollen vor allem das Image der US-amerikanischen Landwirtschaft verbessern.