Die Prärie hat die Vorstellung vom Wilden Westen maßgebliche bestimmt. In unzähligen Filmen ritten Indianer und Cowboys über die unendlich scheinenden Graslandschaften. Es gibt wenige Orte auf der Welt, die das Gefühl von Weite so sehr vermitteln wie der mittlere Westen der USA.

Aber was ist eigentlich genau eine Prärie? Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich dabei um ein Steppengebiet, in dem Wildblumen und Gräser die Vegetation dominieren. Nur selten findet man Bäume. In den USA bestehen 15 Prozent der Landesfläche aus Prärien. Ursprünglich war der Anteil sogar doppelt so hoch. Doch durch die Besiedlung des Menschen hat sich auch die Landschaft verändert.

Es sind ganz bestimmte Pflanzen, die sich auf einer Prärie ansiedeln. Sie müssen robust und gut verwurzelt sein. Sie müssen Stürme und Dürreperioden aushalten können. Zudem sollten sie auch den häufigen Präriefeuern trotzen. Dieses Anforderungsprofil hat dazu geführt, das vornehmlich Pflanzen mit langen Wurzeln vorkommen. Nur ein kleiner Teil des Pflanzenorganismus ist zu sehen. So kann selbst ein Brand überstanden werden, denn die Pflanzen überleben in der Erde. Die Feuer sind zudem sehr wichtig, weil sie dafür sorgen, dass Bäume und Sträucher sich nicht etablieren können.

Die Prärie bietet vielen Tieren einen Lebensraum. Besonders bekannt sind die Bisons, die einst in riesigen Herden durch das Land zogen, bevor sie von den Siedlern fast ausgerottet worden sind. Dabei kommt diesen gewaltigen Tieren eine wichtige Rolle zu. Sie verdichten den Boden und machen ihn damit weniger anfällig für Erosion. Es gibt allerdings auch andere Tiere, die den Boden wieder aufwühlen und damit seine Fruchtbarkeit verbessern. Ähnlich wie ein Bauer, der seinen Acker pflügt, sorgen Präriehunde und viele kleine Säugetiere dafür, dass der Boden locker wird und neue Pflanzen wachsen können.

Im Vergleich zu anderen Landschaften ist die Prärie relativ jung. Ursprünglich bewaldete Gebiete wurden durch einen Klimawandel zu Steppen. Wärme und Trockenheit sorgten dafür, dass die Baumbestände in den heutigen Prärien in weniger als einem Jahrtausend massiv reduziert worden sind. Interessant ist allerdings, dass es schon seit einigen Jahrhunderten eine gegenläufige Entwicklung gibt. Der wichtigste Grund, warum dies nicht dazu führt, dass die Prärien verschwinden, sind die jährlichen Präriefeuer, die aufkommende Bäume wieder vernichten.

Die Prärie hat sehr fruchtbare Böden. Doch durch Missmanagement in den letzten 200 Jahren sind viele Probleme entstanden, mit denen die heutigen Farmer sich auseinandersetzen müssen. Heute wird vermehrt versucht, durch einen ökologischen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu verhindern, dass z.B. die Bodenerosion langfristige Schäden verursacht.