MaisDie Landwirtschaft spielte in der Geschichte der USA eine wichtige Rolle. Ende des 18. Jahrhunderts waren 95 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt. Diese Quote hat sich über die Jahrhunderte reduziert und heute liegt sie nur noch bei 2-3 Prozent. Doch das Idealbild des Farmers, der sein Land bewirtschaftet, ist bis heute stilprägend für die amerikanische Kultur. Das harte Leben auf dem Land, verbunden mit dem christlichen Glauben, ist auch heute noch ein Leitbild.

Bei der Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents stellte man sehr schnell fest, dass es große Gebiete mit hervorragenden Böden gibt. Zwar ist durch die Western-Filme das Bild von der dürren Landschaft geprägt worden, doch in Wahrheit ist ein großer Teil Nordamerikas sehr gut für die Landwirtschaft geeignet. Besonders der mittlere Westen zeichnet sich durch exzellente Bedingungen aus.

Durch die Besiedlungsgeschichte entstanden vor allem Familienbetriebe. Die kleinsten Farmen warfen in Gartenarbeit kaum mehr ab, als für die Selbstversorgung notwendig war. Doch die größeren Höfe verkauften einen großen Teil ihrer Waren und konnten so expandieren. Neben dem Anbau von Getreide, Mais und anderen Pflanzen war die Viehwirtschaft von Anfang an ein wichtiger Faktor.

Die ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gelten als „Golden Age“ der US-amerikanischen Landwirtschaft. Durch die wachsende Wirtschaft stiegen die Preise enorm an und so konnten die Farmer viel Geld verdienen. Der erste Weltkrieg beendete diese Euphorie jedoch und es folgten schwierige Jahrzehnte. Die Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg hinterließen auch in der Landwirtschaft Spuren, da die Preise in den Keller gingen. Die sinkende Nachfrage und die verbesserten Produktionsbedingungen, z.B. durch den Einsatz von Pestiziden, sorgten dafür, dass es ab dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu einer Überproduktion kam. Dies schadete vor allem den kleinen Betrieben, die unter großen wirtschaftlichen Druck gerieten.

Auch heute noch gibt es in der US-amerikanischen Landwirtschaft viele Familienbetriebe. Doch ein großer Teil der Landwirtschaft wird von landwirtschaftlichen Unternehmen abgedeckt. Die Industrialisierung der Landwirtschaft hat es zwar auch in Europa gegeben, aber in den USA wurde sie wesentlich konsequenter durchgeführt. Dies hat die Erträge massiv erhöht und die USA zum wichtigsten Agrarlieferanten der Welt gemacht. Aber es hat auch zu zahlreichen Umweltschäden geführt, z.B. durch den massiven Einsatz von Chemikalien. Häufig wird auch von „Agrobusiness“ gesprochen, denn ein erheblicher Teil der US-amerikanischen Landwirtschaft hat nichts mehr zu tun mit dem Klischee der Farm. Die neueste Entwicklung der Landwirtschaftsindustrie sind gentechnisch veränderte Pflanzen, die längst zu Produkten verarbeitet werden.