WeizenfeldDie Ursprünge des heutigen Landwirtschafsministeriums der Vereinigten Staaten von Amerika liegen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Anwalt Henry Leavitt Ellsworth wurde 1836 zum Kommissar für Patente im Außenministerium ernannt. Seine vornehmliche Aufgabe war es, neues Saatgut und neue Pflanzen zu sammeln und zu katalogisieren. Zudem sorgte er für die Verbreitung, indem er Saatgut und Pflanzen an Agrarverbände und Kongressabgeordnete verteilte. Im Jahr 1839 Ellsworths Abteilung in das Patentamt integriert. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Aufgaben wurden nun auch umfangreiche Statistiken und wissenschaftliche Auswertungen angefertigt. Ellsworth setzte sich sehr früh für den Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft ein, um die Erträge zu verbessern.

1849 wurde das Patentamt dem neu gegründeten Innenministerium unterstellt. 1862 wurde schließlich ein eigenständiges Landwirtschaftsministerium gegründet. Dessen Leiter war ein Kommissar, der jedoch nicht dem Kabinett angehörte. Im den 1880er Jahren änderte sich dies, weil diverse Lobbyisten aus der Landwirtschaft Druck auf die Regierung ausübten. Sowohl die Lebensmittelindustrie als auch die Bauern waren daran interessiert, mehr Einfluss innerhalb der Regierung zu bekommen. Schließlich bekam das Landwirtschaftsministerium im Jahr 1889 unter dem Präsidenten Grover Cleveland einen Posten im Kabinett.

Das Landwirtschaftministerium hatte von Beginn an die Aufgabe, die Versorgung der amerikanischen Bevölkerung mit Lebensmitteln zu gewährleisten. Dazu wurden zahlreiche Forschungsprojekte im ganzen Land gestartet. Bis zum Zweiten Weltkrieg spielte die Landwirtschaft eine außerordentlich wichtige Rolle in den USA. Nach dem Krieg sank die Zahl der Beschäftigten im landwirtschaftlichen Bereich, da eine rasche Industrialisierung einsetzte. Der Charakter des bäuerlichen Lebens änderte sich grundlegend. Als das Landwirtschaftsministerium im Jahr 1862 gegründet wurde, waren fast 80 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt. Heute sind es nur noch 2-3 Prozent.

Ein dunkles Kapitel des Landwirtschaftsministeriums ist die Diskriminierung von afroamerikanischen Bauern. Bis in 1990er Jahre lassen sich Fälle nachweisen, in denen afroamerikanische Bauern benachteiligt wurden. Sie bekamen kein Geld aus staatlichen Programmen und wurden bei Krediten und anderen Hilfsmaßnahmen übergangen. Diese Praxis wurde über Jahrzehnte konsequent betrieben, so dass es heute nur noch sehr wenige afroamerikanische Bauern gibt.

Das Landwirtschaftsministerium geriet in seiner Geschichte aber auch aus anderen Gründen in die Kritik. So ist es bis heute nicht gelungen, die Versorgung der gesamten US-amerikanischen Bevölkerung zu sichern. Laut Statistiken aus dem Landwirtschaftsministerium haben etwa 35 Millionen Amerikaner (Stand: 2006) nur eine „sehr niedrige Nahrungssicherheit“.
Zudem wird auch häufig kritisiert, dass die Lobbyisten der Nahrungsmittelindustrie einen zu großen Einfluss auf das Ministerium haben, z.B. wenn es um den Anbau von genmanipulierten Pflanzen geht.