Die Great Plains werden als Kornkammer der USA bezeichnet, weil dort ein großer Teil der landwirtschaftlichen Güter produziert wird. Etwa die Hälfte des Weizens und 60 Prozent des Rindfleisches der Vereinigten Staaten von Amerika wird dort produziert. Deswegen werden die Great Plains auch „cattle country“, also Rinderland, genannt.

Das Gebiet der Great Plains befindet sich mitten in den USA und zieht sich von Süden nach Norden durch das ganze Land. Es reicht sogar bis nach Kanada. Die Great Plains werden im Westen begrenzt durch die Rocky Mountains, die westliche Grenze ist nicht ganz so eindeutig definiert. Insgesamt umfassen die Great Plains etwa 2 Millionen Quadratkilometer Fläche, die sich über zehn verschiedene amerikanische Bundesstaaten erstreckt. Dies sind North und South Dakota, Wyoming, Montana, Kansas, Oklahoma, Nebraska, Colorado, Texas und New Mexico.

Die amerikanischen Ureinwohner jagten in den Great Plains Bisons. Als Lebensraum wurde dieses trockene Gebiet jedoch nur wenig genutzt. Die jagenden Völker lebten als Teilnomaden oder Nomaden und richteten ihren Lebensrhythmus am Zug der Bisonherden aus. Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Verdrängung der Indianer durch die Siedler. Die Bisonherden wurden fast ausgerottet und damit entzog man den Indianern ihre Lebensgrundlage. 1890 lebten fast alle Indianer in Reservaten.

Der Teil der Great Plains, der westlich des 100. Längengrads liegt, wird vor allem für die Viehwirtschaft genutzt, östlich des 100. Längengrads dominiert der Ackerbau. Die Begründung für diese klare Grenze ist die Niederschlagsmenge. Im östlichen Teil ist die Regenmenge so groß, dass keine künstliche Bewässerung notwendig ist. Der Ackerbau ist deswegen in diesem Gebiet teurer.

In den Great Plains werden vor allem Weizen, Hirse und Mais angepflanzt. Typisch sind riesige Felder mit Monokulturen. Neben den Schädlingen ist die Bodenerosion das größte Problem. Es werden verschiedene Techniken angewendet, um die Auswirkungen wenigstens zu reduzieren. Beim Contour plouphing werden Furchen gezogen, die so ausgerichtet sind, dass sie der Erosion durch Wasser und Wind entgegenwirken. Beim Dry Farming werden die Felder nur alle zwei Jahre bewirtschaftet. In dem Zwischenjahr bleibt der Boden brach und kann sich so erholen. Um dies zu befördern, wird die Erde durch Pflügen aufgelockert. Desweiteren werden viele Böden gemulcht, so dass eine Schutzschicht verhindert, dass die Erde durch Wind fortgetragen wird.

In den Great Plains werden schon heute zahlreiche Felder mit gentechnisch veränderten Pflanzen bestückt. Dadurch können die Bodenprobleme z.T. aufgefangen werden, da der Ertrag der neuen Pflanzen deutlich höher ist.