Wer an die US-amerikanische Landwirtschaft denkt, hat sofort das Bild von großen Viehherden im Kopf, die von einem Rancher und seinen Cowboys zusammengetrieben werden. Dieses Klischee wurde in unzähligen Western-Filmen ausgebildet (vielleicht am eindrucksvollsten in „Red River“ mit John Wayne und Montgomery Clift), und ist heute noch ein sehr lebendiger Mythos in den USA.

Ranching ist nichts anderes als eine extensive Weidewirtschaft. Das bedeutet, dass sehr viel Fläche benutzt wird, die nur wenig oder gar nicht verändert wird. Historisch gesehen entstand das Ranching, weil es große Flächen gab, die für den Ackerbau wenig geeignet waren. Um diese trotzdem landwirtschaftlich zu nutzen, wurden Rinder- und Schafherden gezüchtet. Typisch ist, dass die Tiere mit einem Brandzeichen versehen werden, da das Gebiet der Ranch in der Regel sehr groß ist und sich nicht einzäunen lässt. Um nicht in Konflikt mit den Nachbarn zu geraten, ist deswegen die Kennzeichnung der Tiere nötig. Es gibt keine Stallungen und die Versorgung mit Wasser wird oft durch einen Fluss oder einen See sichergestellt. Da die Flächen, auf denen Ranching betrieben wird, nicht besonders fruchtbar sind, ist ein besonders großes Gebiet nötig, um den Tieren genügend Futter bieten zu können. Dabei bleiben die Tiere jedoch sich selbst überlassen, d.h. sie suchen sich selber die Stellen, auf denen sie grasen wollen. Die Eingriffe durch den Rancher und die Cowboys bleiben auf ein Minimum beschränkt. Die genutzte Natur wird in der Regel weder durch Pestizide noch durch andere Chemikalien verändert.

Das Haupthaus des Eigentümers wird als Ranch bezeichnet, aber der Begriff kann auch das gesamte Gelände beinhalten. Von der Ranch aus wird die Arbeit organisiert. Es gibt speziell ausgebildete Pferde (Paint Horses, Quarter Horses), die von den angestellten Cowboys genutzt werden. Die Cowboys kümmern sich um die Herde und sorgen schließlich dafür, dass die Herde zum Schlachthaus kommt. Auch heute sind dazu z.T. noch Viehtrecks nötig, die jedoch nicht mehr das Ausmaß früher Zeiten erreichen.

Das Ranching ist mit einigen Risiken verbunden, die nur schwer zu kontrollieren sind. So kann es durch krankheitsbedingte Todesfälle zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden kommen. Aber auch die Abhängigkeit vom Weltmarkt ist ein großes Problem. In der Vergangenheit gab es oft Preisschwankungen, die den Ruin vieler Rancher bedeuteten. Ein weiteres Risiko ist das Wetter. Große Dürreperioden können zu erheblichen Schäden in einer Herde führen. Auch die Umwelt wird belastet durch die Viehwirtschaft. Deswegen müssen die genutzten Flächen oft gewechselt werden.