Die Landwirtschaft hat ist aus vielen Gründen wichtig für die USA, und ihre wirtschaftliche Bedeutung ist groß. Etwa 1,5 Prozent des BIPs werden durch die Landwirtschaft erarbeitet. Gleichzeitig sinkt aber seit vielen Jahren die Zahl der Beschäftigten, da die Klein- und Familienfarmen von den Megafarmen verdrängt werden. Schon seit Jahrzehnten wird die Industrialisierung der Landwirtschaft betrieben. Deswegen ist die Anbaufläche sogar gesunken. Im Jahr 1950 gab es noch ca. 450 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, 2003 waren es nur noch 380 Millionen Hektar. Die wirtschaftliche Kraft der Landwirtschaft wird deutlich, wenn man sie mit anderen Wirtschaftszweigen vergleicht. Im Jahr 1997 konnte landwirtschaftliche Güter für insgesamt 208 Milliarden US-Dollar verkauft werden. Das war dreimal so viel wie die US-Autoindustrie im selben Zeitraum. Dass die Autoindustrie dennoch als Leitindustrie angesehen wird liegt daran, dass es dort sehr viel mehr Beschäftigte gibt. Die US-amerikanische Landwirtschaft beschäftigt insgesamt etwa 800.000 Menschen und die Tendenz ist sinkend.

Die USA sind der wichtigste Exporteur für Agrarprodukte in der ganzen Welt. Etwa ein Drittel der gesamten Agrarexporte in der Welt wird von den USA geliefert. In einigen Bereich beträgt der Marktanteil sogar 50 Prozent (Mais, Soja). Das führt dazu, dass die Landwirtschaft einen großen Teil der Devisen ins Land bringt.

Während die Europäische Union die Landwirtschaft massiv subventioniert, werden in den USA nur wenige Staatsgelder verteilt. Die Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt wird vor allem durch die Rationalisierung der Arbeitsprozesse hergestellt. Es gibt riesige Maschinen für die Ernte, vollautomatische Ställe und einen rigorosen Einsatz von Pestiziden. In der Vergangenheit spielte Umweltschutz nur eine untergeordnete Rolle. Deswegen konnten andere Methoden eingesetzt werden als in Europa.
Diese Vorgehensweise rächt sich jedoch, denn viele Böden sind durch Erosion zerstört worden. Durch Monokulturen und wenig nachhaltigen Anbau haben viele Farmen mit schlechteren Bodenbedingungen als noch vor einigen Jahrzehnten zu kämpfen. Neben den ökologischen Folgen hat dies auch eine wirtschaftliche Bedeutung. Schlechte Böden bringen weniger Ertrag oder können gar nicht mehr verwendet werden. Deswegen hat es auch in der US-amerikanischen Landwirtschaft ein Umdenken gegeben. In den letzten Jahren gewinnen neue Konzepte an Bedeutung, die ein nachhaltiges und effizientes Wirtschaften zugleich ermöglich. Das darf jedoch nicht verwechselt werden mit der Öko-Landwirtschaft, wie sie in Europa betrieben wird. Diese neue Form der Landwirtschaft ist, mit wenigen Ausnahmen, in den USA nicht zu finden. Das andere Selbstverständnis wird auch daran deutlich, dass es keine öffentliche Debatte um den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft gibt.